Mit freundlicher Unterstützung von Tim Yilmaz und dem Mariposa Boxing Club

Wir schreiben das Jahr 2015, genauer gesagt den 28. November. Der Brite Tyson Luke Fury hat vor wenigen Minuten die zweitlängste Regentschaft der jüngeren Schwergewichtsgeschichte beendet. Nicht weniger als 18 Titelverteidigungen hat der lineare Weltmeister Wladimir Klitschko auf dem Konto. Doch Fury hat ihn besiegt, viele Experten sprechen danach sogar von einer Demontage. Fury holt den linearen Weltmeistertitel wieder nach Großbritannien. Das erste Mal seit dem Rücktritt von Lennox Lewis in 2003. Dazu noch die Weltmeistertitel der WBA, WBO, IBF und IBO. Zum Abschluss schmettert er noch I don’t wanna miss a thing für die Liebe seines Lebens, seine Frau Paris. Das Leben könnte nicht schöner sein.

Wir schreiben mittlerweile April 2016, ein halbes Jahr nach Furys legendärem WM-Sieg. Klitschko und Fury befinden sich auf einer Pressekonferenz für ihren Rückkampf. Fury hat deutlich an Gewicht zugelegt und präsentiert dies auch gerne der Öffentlichkeit. Was wir heute wissen: Es wird niemals zum Rückkampf kommen. Fury ist drogenabhängig, manisch-depressiv und lebt zu diesem Zeitpunkt das Leben eines Junkies. Nur ein halbes Jahr nach dem größten Erfolg seiner Karriere ist der Brite völlig am Boden. Wie kann ein Box-Champion, der alles im Leben erreicht hat, in so kurzer Zeit dermaßen abstürzen?

Quelle (ebenso Titelbild): PremierBoxingChampions – Ryan Hafey

FRÜHREIF

Tyson Luke Fury wird am 12. August 1988 in Manchester geboren. Er kommt drei Monate zu früh auf die Welt und wiegt gerade mal ein Pfund. Von insgesamt 16 Schwangerschaften seiner Mutter haben nur vier Kinder die Geburt überlebt. Sein Vater hält ihn in der Hand und sagt zu ihm: Dein Name ist Tyson nach Mike Tyson und du wirst einmal Weltmeister im Schwergewicht. Der Arzt hält das für keine gute Idee, weil der Junge so schwächlich ist. Heute ist Fury ein 2,06 Meter großer Hüne, was die Story unglaublicher macht.

Fury wächst in einer Familie von Kämpfern auf. Sein Vater ist Profiboxer im Schwergewicht. Viele seiner Cousins und Brüder sind aktive Profiboxer oder haben geboxt. In seinem Ahnenstamm finden sich berühmte Bare-Knuckle Kämpfer, unter anderem der legendäre Bartley Gorman. Insgesamt lassen sich große Kämpfer in seiner Ahnenreihe bis zu 200 Jahre zurückverfolgen. Fury reiht sich nahtlos in seinen Familienstammbaum ein und prügelt sich zunächst regelmäßig mit seinem Bruder Shane und startet dann mit 14 Jahren in der Jimmy Egans Boxing Academy mit dem Boxen. Nach der ersten Stunde sagt sein zukünftiger Trainer Steve: Besorg ihm einen Boxpass! Schwergewichtler bewegen sich normalerweise nicht so.

DER AMATEUR

Fury bestreitet insgesamt 35 Amateurboxkämpfe und gewinnt davon 31. Er sammelt Medaillen bei Junioren Europa- und Weltmeisterschaften. Highlights sind die Silbermedaille bei den Junioren-Europameisterschaften in Sombor 2007 und sein Sieg bei der englischen Meisterschaft in Sheffield 2008. Seine größte Enttäuschung hingegen ist die Nichtnominierung für die Olympischen Spiele im selben Jahr. Der Brite David Price wird ihm vorgezogen, obwohl Fury die kontinentalen Meisterschaften im Olympia-Jahr 2008 für sich entschieden hat. Doch Fury hat eine Idee. Aufgrund seiner irischen Vorfahren sieht er Licht am Ende des Tunnels und wechselt zum irischen Verband. Doch trotz einiger Erfolge in Ländervergleichen findet er hier nie die Berücksichtigung, die er aufgrund seiner boxerischen Klasse verdient hat. Auch für Irland darf Tyson Fury nicht zu den Olympischen Spielen nach Peking fahren. Im Dezember 2008 entscheidet er sich Profi zu werden und siegt bei seinem ersten Kampf in Nottingham. Trainer ist zu Beginn seiner Karriere sein Onkel Hugh Fury.

DIE REISE BEGINNT

Mit sehr guter Distanzkontrolle und hoher Geschwindigkeit in den Fäusten gewinnt der Brite weitere sechs Gefechte, bevor er auf seinen ersten Gegner von stärkerem Format trifft. John McDermott ist acht Jahre älter und ein erfahrener Kämpfer. Fury beginnt sich auch neben dem Ring einen Namen als Trash-Talker zu machen, in dem er McDermott McMuffin tauft. Der erste Kampf im September 2009 ist ein wahrer Schlagabtausch und Fury kann nur ganz knapp den Punktsieg entführen. Umso mehr liegt die Spannung vor dem zweiten Aufeinandertreffen in der Luft. Diesmal stoppt der Engländer seinen Kontrahenten vorzeitig mit einem rechten Aufwärtshaken und stellt die Sache ein für alle Mal klar.

Furys Kampfname als Profi ist Gypsy King. Der Mann mit einer Reichweite von 2,16 Meter stammt aus einer Familie von Irischen Reisenden, einer ethnischen Minderheit die früher wie Nomaden lebten. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie König der Zigeuner. Mit seinem zweiten Sieg gegen McDermott baut Fury seine Profibilanz auf 12-0 aus. Als nächste große Hürde wartet mit Dereck Chisora erneut ein Landsmann auf den ungeschlagenen Briten. Der Clash der beiden unbesiegten Kontrahenten wird zum Duell um die Commonwealth-Schwergewichtsmeisterschaft deklariert. Fury geht in das Duell als klarer Außenseiter. In einem brutalen Kampf in der Wembley Arena siegt Fury gegen den 118 Kilo-Koloss schließlich einstimmig nach Punkten. Chisora klingelt Fury in Runde zwei zwar heftig an, doch der Gypsy King kommt in beeindruckender Manier zurück. Fury beeindruckt mit überragender Beinarbeit für einen Mann seiner Größe. Auch die unglaubliche Flexibilität im Oberkörper versetzt Boxexperten ins Staunen. Schon nach diesem Sieg ist Fury ein Thema als Gegner für den amtierenden Champion Wladimir Klitschko, doch der Ukrainer sucht andere Herausforderungen.

Der Engländer stellt sich in der Folge fünf weiteren Kontrahenten, die er alle aus dem Weg räumt. Unter anderem Nicolai Firtha, Neven Pajkic und Kevin Johnson. Der Gypsy King kombiniert bärenstarke boxerische Leistungen immer wieder mit Mätzchen und grenzwertigen Psychospielchen. Doch gegen Kevin Johnson liefert der Brite die disziplinierteste Leistung seiner bisherigen Karriere ab. Dies alles ebnet den Weg für Furys Debüt in den USA, gegen keinen geringeren als den zweifachen Weltmeister im Cruisergewicht Steve Cunningham. Und dieser Kampf wird Furys härtester Test bis dato.

STEVE CUNNINGHAM

Fury bezeichnet das Gefecht mit dem Amerikaner Cunningham selbst als eines der drei härtesten seiner Karriere. Der Kampf findet im Mekka des Boxens statt, dem Madison Square Garden in New York. Mittlerweile wird der Gypsy King von seinem Onkel Peter Fury trainiert, der aber wegen vergangener Straftaten nicht in die USA einreisen darf. Er fehlt in der Ringecke. Fury heizt den Kampf mit heftigem Trash Talk an: This is a three hit fight. First i hit Steve, then Steve hits the campus and then Tyson Fury hits New York.

Der 36-jährige Cunningham ist erst vor kurzem in die höchste Gewichtsklasse des Profiboxens aufgestiegen und kommt mit einer umstrittenen Punktniederlage gegen den Polen Tomasz Adamek und dem Willen es allen zu beweisen in den Kampf gegen den Gypsy King. Und der 1,91 Meter große Amerikaner lässt sich nicht lange bitten. In der zweiten Runde trifft er Fury schwer mit einer rechten Geraden und der Engländer testet das zweite Mal in seiner Karriere den Ringboden. Dieser Niederschlag ändert Furys Einstellung zum Kampf komplett. Während er in den ersten beiden Runden mit extrem viel Trash-Talk und Faxen beschäftigt ist, legt er den Schalter komplett um und gewinnt schließlich mit einem heftigen Aufwärtshaken durch K.O in Runde sieben. Cunningham ist sichtlich angeschlagen und verliert das erste Mal in seiner Karriere vorzeitig. Fury hingegen gewinnt mit seinem Charisma viele Fans in den USA ist nach diesem Titel-Eliminator kurz vor seinem großen Ziel: Ein Duell mit dem amtierenden linearen Weltmeister Wladimir Klitschko!

Fury versus Cunningham Ganzer Kampf

Fury versus Chisora Ganzer Kampf

Bartley Gorman Mini Dokumentation

WLADIMIR KLITSCHKO

Doch es dauert immer noch über zwei Jahre bis sich der Ukrainer seinem vermeintlich stärksten Herausforderer stellt. Fury besiegt in der Zwischenzeit unter anderem erneut Dereck Chisora und Christian Hammer. Ein mehrmals fest geplanter Kampf mit dem anderen großen britischen Schwergewichtler David Haye scheitert aufgrund von Verletzungen des Hayemakers.

Im November 2015 ist es endlich soweit. Klitschko und Fury treffen in der Esprit Arena in Düsseldorf vor 55.000 Zuschauern aufeinander. Fury ist bei den Buchmachern mit Vier-zu- Eins Außenseiter. Doch der Engländer ist der erste Gegner seit langem, der gegen Klitschko Größen- und Reichweitenvorteile hat. Und so bringt Fury eine boxerisch überragende Leistung in den Ring und dominiert den amtierenden Champion in allen Belangen. Fury landet 86 von 371 Schlägen, Klitschko nur 52 von 231. Bei den Power-Punches liegt der Brite mit 48 zu 18 in Front. Extrem viele Finten und sehr gute seitliche Bewegungen ziehen Klitschko den Zahn. Dazu findet der Ukrainer einfach kein Mittel gegen den extrem guten Jab des Engländers. Der Gypsy King wechselt dazu ständig die Auslage und lässt den zehn Jahre lange regierenden Weltmeister keinen offensiven Rhythmus finden. Von außen wirkt der Kampf langweilig, doch es ist einfach ein bis in die Perfektion umgesetzter Kampfplan von Tyson Fury. Klitschko wirkt den ganzen Kampf über verunsichert, was vermutlich auch an den heftigen Psychospielchen von Fury vor dem Kampf gelegen hat (vielleicht nicht wegen der Sauna-Story, sie ist trotzdem legendär).

Der Engländer beendet die drittlängste Regentschaft aller Zeiten im Schwergewicht (nur Joe Luis und Larry Holmes waren länger an der Spitze) und das in der Heimat des amtierenden Weltmeisters. Der Kampf wird später zum Upset des Jahres vom Ring Magazine gewählt. Der Gypsy King krönt sich zum ersten britischen Schwergewichtsweltmeister seit David Haye in 2010. Fury wird mit 27 Jahren ungeschlagener Champion im Schwergewicht und ist ganz oben angekommen. Was dann folgt ist wohl einer der tiefsten Abstürze, den die Boxwelt jemals gesehen hat.

Fury versus Klitschko Highlights

Fury schmettert ein Lied nach seinem Sieg

DER ABGRUND*

Im Juni 2016, gut ein halbes Jahr nach seinem größten Triumph sitzt Tyson Fury in einem nagelneuen Ferrari. Er rast mit knapp 260 km/h über die Autobahn. Doch es ist keine Spritztour, die der Weltmeister unternimmt. Fury ist mit dem festen Vorsatz losgefahren sich das Leben zu nehmen. Erst im letzten Moment hört er eine Stimme in seinem Kopf: Denk an deine Kinder, deine Frau, deine Familie! Er entscheidet sich anders und bleibt am Leben.

Der Schwergewichtschampion leidet unter einer schweren Depression. Den Rückkampf gegen Klitschko hat er bereits mehrfach abgesagt und sich dann vom Boxsport zurückgezogen. Die Zeichen sind bereits vor dem Klitschko-Kampf zu sehen. Emotionale Treffer wie den Tod seines Onkels und die Fehlgeburt seiner Frau hat Fury einfach beiseitegeschoben und weitertrainiert. So sehr ihm dieser Fokus im Ring hilft, so hoch ist der Preis den er dafür bezahlt. Die heftigen emotionalen Tiefschläge holen ihn nach dem Kampf knallhart ein und der Brite fällt in ein tiefes Loch. Extreme Panikattacken, absolute Lustlosigkeit und Alkoholexzesse sind an der Tagesordnung. In seinen heftigsten Phasen greift er sogar zu Kokain, eine Droge die gegen jede seiner Prinzipien und seiner Vorbildrolle als Vater verstößt. Selbst seine Ehe steht kurz vor dem Aus. Und diese dunkle Zeit dauert lange, erst im Oktober 2017 an Halloween sieht der charismatische Englänger Licht am Ende des Tunnels.

* Fury hat seine Depressionen in einer sehr empfehlenswerten Biografie „Behind the Mask“ verarbeitet. Findet Ihr überall wo es Bücher gibt.

DIE AUFERSTEHUNG

Tyson Fury hat ein peinliches Skelettkostüm angezogen. Er steht damit auf einer Halloween-Party und will sich mal wieder dem Alkohol hingeben. Doch plötzlich überkommt ihn eine Erkenntnis, eine tiefe Einsicht. Was zum Teufel machst du hier? Ist es soweit in deinem Leben gekommen? Fury fährt umgehend nach Hause, kniet sich vor den Spiegel und bittet Gott um Hilfe. Tränen kullern über sein Gesicht. Er trifft eine Entscheidung: Er will wieder Weltmeister im Schwergewicht werden. Am nächsten Tag ruft er den jungen britischen Boxtrainer Ben Davison an.

Wie Ben Davison sich die Sporen verdient hat, um in jungen Jahren der Boxtrainer von Tyson Fury zu werden, hätte wahrscheinlich einen eigenen Blog verdient. Im Sommer 2017 sitzen die beiden Männer in Marbella tagsüber in einem Strand Café. Als plötzlich zwei schöne Frauen auftauchten stellt Fury Davison vor eine Herausforderung: Hol dir die Handynummern und du wirst mich in Zukunft trainieren. Der Rest ist Geschichte.

Eine lange ketogene Diät, ein sieben wöchiges Trainingscamp in Marbella und unzählige Einheiten in Großbritannien später, steht der Gypsy King vor seinem Comeback-Kampf. Am 9. Juni 2018 trifft er in Manchester auf den Aufbau-Gegner Sefer Seferi. Ein lockerer Sieg in der vierten Runde. Zwei Monate später, Windsor Park. Der Gegner im Ring heißt Francesco Pianeta, doch der wahre Gegner sitzt im Publikum: WBC-Champion Deontay Wilder. Fury besiegt Pianeta sicher nach Punkten, Wilder steigt nach dem Kampf in den Ring und die Sache ist besiegelt.

Doch jetzt schon ein Kampf gegen Deontay Wilder? Den Bronze Bomber, der reihenweise Gegner krankenhausreif ausknockt? Tyson Furys Vater John ist so besorgt, dass er seinem Sohn mitteilt, sollte dieser zum jetzigen Zeitpunkt wirklich gegen Wilder kämpfen spräche er kein Wort mehr mit ihm. Und das Schweigegelübde sollte Realität werden.

Quelle: PremierBoxingChampions – Ryan Hafey

DEONTAY WILDER

Der 1. Dezember 2018 hat einen festen Platz in der Geschichte des Schwergewicht-Boxens. Für eine der legendärsten zwölften Runden aller Zeiten. Und für eines der größten Comebacks in der Boxgeschichte überhaupt. Deontay Wilder und Tyson Fury stehen sich tatsächlich in Los Angeles im Kampf um die Schwergewichts-Weltmeisterschaft der WBC gegenüber. Der Kampf ist mit viel Trash-Talk hochgepusht worden und der Bronze Bomber spürt den Druck im größten Kampf seiner Karriere. Wild jagt er Fury hinterher und versucht seine rechte Schlaghand anzubringen. Doch der Gypsy King ist nicht zu treffen, unglaubliche Beinarbeit und Bewegungen im Oberkörper lassen den Amerikaner verzweifeln. Gekonnt setzt er Richtungswechsel an den Seilen ein. Dazu kontert der Brite den WBC-Weltmeister immer wieder aufs Neue aus und setzt Treffer. Er provoziert Wilder mit ausgestreckter Zunge und Armen hinter dem Rücken. Vor der zwölften Runde kann es keine Zweifel geben wer hier nach Punkten deutlich vorne liegt. Doch in der letzten Runde wird Fury unvorsichtig, will Wilder ausknocken und liegt nach 35 Sekunden und einer heftigen Kombination im Ringstaub. Wilder fängt an zu feiern. Doch Fury schafft erneut das Unmögliche. Vor Ablauf der zehn Sekunden steht der Brite wieder und greift an. Soviel Herz hat man selten im Ring gesehen, auch von Wilder. Die Punktrichter werten den Kampf unentschieden, doch für die meisten Boxfans und auch Experten gibt es im Staples Center es nur einen Sieger: Den Gypsy King. Der Brite hat all seine Kritiker mit einer überragenden Leistung Lügen gestraft. Unabhängig vom Ergebnis hat Fury mit diesem Kampf eines der größten Comebacks der Schwergewichtsgeschichte vollbracht. Das nimmt ihm niemand mehr.

CLOWN ODER SCHWERGEWICHTSLEGENDE

Anders als nach dem Kampf gegen Klitschko fällt Fury nach dem spektakulären Gefecht mit Wilder nicht in eine Depression. Er unterzeichnet einen 100 Millionen Dollar Deal bei Top Rank und setzt sich das Ziel den amerikanischen Markt zu erobern. In 2019 hat er es zwar geschafft seine Popularität in Amerika zu vergrößern, vollendet sind seine Pläne aber noch lange nicht. Vor allem seine Gegnerauswahl mit den relativ unbekannten Boxern Tom Schwarz und Otto Wallin stoßen in der Boxszene auf große Kritik. Fury besiegt beide, erntet dafür aber wenig Lorbeeren und hat schlechte Einschaltquoten. Aus marketingtechnischer Sicht erfolgreicher war sein Auftritt im Wrestling bei der WWE. Ist Fury im vergangenen Jahr vom professionellen Boxer zum Showman geworden? Seine Leistungen in der Vergangenheit sprechen dagegen. Doch wie sieht es im Hier und Jetzt aus?

Am 22. Februar kämpft der Gypsy King erneut gegen Deontay Wilder im MGM Grand Hotel in Las Vegas**. Die Spannung vor dem Duell im Schwergewicht könnte nicht größer sein. Zwei ungeschlagene Champions, ein Boxer gegen den Puncher. Auch wenn ein dritter Kampf wohl vertraglich gesichert ist, wird sich der Sieger dieses Kampfes in die absoluten Höhen des Schwergewichts katapultieren. Wilder würde mit einem Sieg seinen Titel zum elften Mal verteidigen und die Weichen ganz klar Richtung Titelvereinigung stellen. Fury würde sich zum ersten Mal den WBC-Gürtel holen und zum zweiten Mal die aktuell längste Regentschaft im Schwergewicht beenden. Nach außen hin gibt sich Fury so fokussiert wie nie. Wenige Psychospielchen und Provokationen, ein top durchtrainierter Körper und ein neuer Trainer mit frischem Wind. Sein Wechsel von Ben Davison hin zum deutlich erfahreneren Javan Sugar Hill, der Neffe von Trainerlegende Emanuel Steward, scheint sich bezahlt zu machen. Dazu kommt, dass Tyson Fury in seinen wichtigen Kämpfen ausnahmslos abgeliefert hat. Seine hohe Boxintelligenz und sein vermeintlicher Sieg in 2018 machen Fury am 22. Februar zum Favoriten.

Doch wird er dieser Rolle gerecht werden?

Wie wird er auf eventuelle neue Taktiken Wilders reagieren?

Wird er wirklich versuchen gegen den gefährlichsten Puncher der jüngeren Boxgeschichte auf einen Knockout zu gehen?

Die Antworten auf all diese Fragen wird uns Tyson Luke Fury wie immer im Ring geben.

** Ihr könnt den Kampf aus Deutschland live auf DAZN sehen. Für alle Neukunden gibt es einen kostenlosen Probemonat.

Empfehlenswerte Mini Dokumentation über Tyson Fury

ROMAN HORSCHIG

Roman Horschig arbeitet mit absoluter Leidenschaft als Sportkommentator, Stadionsprecher und Moderator in ganz Deutschland. Mit seinem großen Enthusiasmus für den Sport macht er auch Ihr Event zu einem absoluten Erlebnis. Versprochen.

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